Camp-ABC

Übersicht

CAMP-ABC – NÜTZLICHE INFORMATIONEN UND IDEEN FÜR EIN ANGENEHMES MITEINANDER

In dem Camp-ABC haben wir, die Orgacrew, zusammengefasst, wie wir uns das Miteinander auf dem Klimacamp Leipziger Land und der Sommerschule vorstellen. Solange wir gemeinsam im Konsens nichts anderes beschließen, wünschen wir uns, dass das Camp-ABC von allen Teilnehmenden beachtet wird. Wir verstehen das Camp-ABC als unvollendeten, offenen Prozess, an dem sich alle beteiligen können.

Wir sind zu Gast in Pödelwitz und sehr dankbar, dass wir das Klimacamp hier ausrichten können. Daraus ergibt sich die Besonderheit, dass das Klimacamp im Leipziger Land kein in sich geschlossener Ort ist, sondern Teil der Dorfgemeinschaft sowie die Dorfgemeinschaft Teil des Klimacamps. Wir wünschen uns, dass unser Verhalten auf dem Camp mit dem Alltag der Bewohner*innen vereinbar ist und dass sie sich durch uns nicht eingeschränkt fühlen.

AUF- UND ABBAU

Wir sind ein selbstorganisiertes Camp und das heißt auch, dass wir alle gemeinsam den Auf- und Abbau stemmen müssen. Dies ist eine gute Möglichkeit in die Organisation des Camps reinzuschnuppern, sich handwerklich auszuprobieren oder das Camp gemeinsam ausklingen zu lassen. Der Aufbau startet eine Woche vorher am 28.07. Der Abbau beginnt am Sonntagabend und wird bis zum Mittwoch, den 14.08., nach dem Camp gehen. Mehr Informationen dazu erhaltet ihr im Infozelt und auf der Website des Klimacamps.

AWARENESS / ACHTSAMER UMGANG

Wir verstehen das Klimacamp als einen Ort des achtsamen und respektvollen Umgangs und fordern diesen von allen Campteilnehmer*innen ein. Insbesondere wenn ihr euch mit Awareness noch nicht vertraut gemacht habt, könnt ihr das Infoblatt „Awareness/Achtsamer Umgang“ lesen (im Infozelt). Die Auseinandersetzung mit Diskriminierung, Privilegien, Machtverhältnissen und gewaltsamen Verhaltensmustern sollte nicht nur von sogenannten Expert*innen oder den Betroffenen erwartet werden.
Es gibt Ansprechpersonen, an die ihr euch jederzeit wenden könnt, wenn ihr von ausgrenzendem, diskriminierendem, grenzüberschreitendem oder gewaltsamem Verhalten betroffen seid oder es euch nicht gut geht. Auch wenn ihr solches Verhalten in eurem Umfeld mitbekommt, könnt ihr euch gerne melden! Die Ansprechpersonen schenken euch ein offenes Ohr und stellen eure Erfahrungen und Beobachtungen nicht in Frage. Sie sind auf eurer Seite!
Ihr findet sie tagsüber von 8 Uhr bis zur Nachtruhe im Awarenesszelt. Telefonisch erreicht ihr das Awarenessteam rund um die Uhr unter der Nummer: 01525/1934227.
Wir behalten uns vor, diskriminierende und gewaltausübende Personen vom Camp auszuschließen.

BARRIEREN UND BARRIEREARM

Wir wünschen uns, dass alle Menschen am Camp teilnehmen können und sich willkommen fühlen. Sehr gerne könnt ihr euch vorab mit uns in Verbindung setzen, damit wir gemeinsam Lösungen finden und Fragen klären können (E-Mail: barrierearm@klimacamp-leipzigerland.de). Vor Ort meldet euch gerne beim Infozelt. Wir bitten euch im Rahmen eurer Kapazitäten um Eigeninitiative und Mithilfe, wenn Probleme auftauchen oder Hindernisse ausgeräumt werden müssen.

Der Campplatz ist eine Wiese und prinzipiell mit dem Rollstuhl befahrbar – bei anhaltendem Regen könnte es jedoch schwierig werden. Barrierearme Zelt- und Parkmöglichkeiten sind ausgewiesen bzw. am Infozelt zu erfragen. Zudem gibt es eine barrierearme Toilette und eine barrierearme Dusche. Falls ihr Medikamente (z.B. Insulin) benötigt, die gekühlt werden müssen, meldet euch gerne beim Infozelt.

Auch Sprache kann eine Barriere sein. Wir wollen gemeinsam darauf achten, z.B. “szenige” oder akademische Wörter zu vermeiden oder zu erklären. Bitte fragt nach, wenn ihr denkt ein Ausdruck könnte anderen Menschen unklar sein.

BASIS-CAFÉ

Das Basis-Café ist ein offener Ort der Vernetzung und des Austauschs, an dem Ideen und Wünsche zum Leben auf dem Camp und darüber hinaus diskutiert werden können. Es gibt vielfältiges Lesematerial und Informationen zur Teilhabe auf dem Camp. Jeden Mittag findet hier die Themenwerkstatt (siehe Basisdemokratie) statt.

BASISDEMOKRATIE

Wir versuchen auf dem Klimacamp Basisdemokratie zu leben. Das bedeutet, dass alle die Möglichkeit haben sollen, sich mit ihren Ideen und Wünschen einzubringen und Entscheidungen transparent weitergetragen werden.
Beim Tagesauftakt nach dem Frühstück wird über den Tagesablauf und alles weitere Wichtige für den Tag informiert. Hier werden offene Fragen und Themen, die diskutiert werden müssen, gesammelt.
Nach dem Mittagessen findet im Basis-Café die Themenwerkstatt statt. Sie bietet Raum in kleinen Gruppen über wichtige Themen zu diskutieren und neue Ideen zu entwickeln.
Zeitgleich treffen sich die Organisations-Arbeitsgruppen (AGs), wie bspw. die AG Logistik, die AG Awareness oder die AG Campleben, um über anfallende, bereichsspezifische Aufgaben zu sprechen. Gerne könnt ihr euch auch bei diesen Treffen beteiligen. Mehr Informationen dazu erhaltet ihr im Infozelt.
Im Abendplenum werden die Themen des Tages zusammengetragen und im Konsensprinzip Entscheidungen getroffen. Am Plenum nehmen Personen aus den Arbeitsgruppen, der Themenwerkstatt sowie alle Interessierten teil. Die Ergebnisse werden beim nächsten Tagesauftakt an alle Campteilnehmer*innen weitergetragen. Die genauen Zeiten findet ihr im Programm oder im Infozelt.

CAMPBEITRAG UND SPENDEN

Das Camp trägt sich hauptsächlich durch Spenden und Campbeiträge. Diese werden am Infozelt eingesammelt. Notfalls kann der Betrag auch auf unser Spendenkonto überwiesen werden, was aber leider oft vergessen wird. Der Richtwert für den Campbeitrag beträgt 3-5 Euro pro Tag und Person. Davon wird die Infrastruktur und das Programm finanziert. Für das Essen wird ein Extrabetrag erhoben (siehe Essen und Trinken). ​Wenn ihr euch für Kurse der Degrowth Sommerschule angemeldet und bereits online bezahlt habt, ist für den Zeitraum der Sommerschule nur noch der Beitrag für die Küche offen.

Zusätzlich haben wir Förderungen durch die Stiftungen von Patagonia und Lush. Auch die Degrowth Sommerschule 2019 wird durch Stiftungen unterstützt. Mehr Information dazu, wie wir unser Geld bekommen und wofür wir es ausgeben, bekommt ihr in der Finanzsprechstunde, die täglich stattfindet (Ort und Zeit erfahrt ihr im Infozelt). ​Die Idee ist, dass sich alle gemäß ihrer finanziellen Situation beteiligen. Fest steht: am Geld sollte die Teilnahme auf keinen Fall scheitern. Jeder Beitrag hilft uns. Vielen Dank für eure Unterstützung.

Spendenkonto:
Empfänger: KiB e.V.
Verwendungszweck: KC Leipziger Land
IBAN: DE93 8609 5604 0307 1799 54

ESSEN UND TRINKEN

Aus ökologischen und politischen Gründen wird für alle, bis auf kleine gekennzeichnete Ausnahmen, vegan gekocht. Unsere Spendenempfehlung für Frühstück, Mittag- und Abendessen beträgt 5 – 8 Euro. Diese werden von der Küche eingesammelt. Solltet ihr unter Lebensmittelallergien oder Unverträglichkeiten leiden, sprecht unser Team im Infozelt an. Getränke könnt ihr mittags und abends an der Bar kaufen. Bitte desinfiziert eure gewaschenen Hände vor der Essensausgabe und erinnert eure Nachbar*innen daran.

ERSTE HILFE UND NOTFÄLLE

Bei medizinischen Notfällen wendet euch an das Sanizelt. Dort gibt es einen Notfallkoffer zur Ersten Hilfe. Zudem findet ihr dort und im Infozelt auch Hinweise zu nahegelegenen Ärzt*innen, Krankenhäusern und Apotheken.
Bei Wetterereignissen wie Sturm, Starkregen etc. bitten wir euch, Ruhe zu bewahren. In dringenden Fällen kommen wir in einem spontanen Plenum zusammen und beratschlagen das weitere Vorgehen.

FEUER

Feuer und Grillen ist aufgrund großer Brandgefahr nicht erlaubt. Achtet nicht nur auf dem Campgelände, sondern auch an anderen Orten (z.B. dem See) darauf und weist andere darauf hin. Feuerlöscher findet ihr im Infozelt, in der Küche, im Zirkuszelt, bei der Bar, den Ein- und Ausgängen sowie bei den Camping-Flächen.

FOTOS, FILM UND PRESSE

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Menschen weder gefilmt noch fotografiert werden wollen. Das bedeutet konkret: Wann immer ihr eure Video- oder Fotokamera zückt, müssen alle Menschen, die auf den Bildern erkennbar sein werden, vorher informiert und um Erlaubnis gefragt werden. Dies gilt ausdrücklich auch für die Presse. Wir bitten euch, andere Menschen freundlich auf den sensiblen Umgang mit Bildern hinzuweisen.
Fühlt ihr euch in euren (Bild-)Rechten durch Pressevertreter*innen verletzt, wendet euch gerne an das Pressezelt. Fühlt ihr euch durch andere Teilnehmer*innen darin verletzt, kommt gerne zum Awarenesszelt. Wir können nicht alle Eventualitäten absehen, wollen aber dafür Sorge tragen, dass sich keine Person mit einem Unwohlsein alleine gelassen fühlt und versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden (siehe Awareness).

Von 10 bis 12 und von 14 bis 15 Uhr sowie zu den Abendveranstaltungen, gilt jeden Tag in den Bereichen des „öffentlichen Lebens” (Infozelt, Zirkuszelt, Bar…) Pressezeit. Großflächige Aufnahmen sind dann auch spontan möglich.
In den privaten Bereichen, also den Workshopzelten, beim Zelt des Legal Teams, den Rückzugsorten, den Bereichen für junge Menschen, den Sanitäranlagen, der Küche und den Schlafbereichen ist auch in dieser Zeit spontanes Filmen und Knipsen untersagt. Dies gilt für alle gleichermaßen – für Campteilnehmer*innen, für Film- und Kamerateams sowie für die Presse. Da die Bereiche manchmal schwer abzugrenzen sind, fragt bei Unklarheiten am besten einfach immer, ob Aufnahmen für umstehende Personen in Ordnung sind.

Die Presse AG betreut Pressevertreter*innen auf dem Camp. Da die AG ihre Augen nicht überall gleichzeitig haben kann, bitten wir Euch, Pressevertreter*innen zum Pressezelt zu verweisen, insbesondere wenn ihr direkt angesprochen werdet.
Solltet ihr Pressevertreter*innen ein Interview geben wollen, dann antwortet bitte als Privatperson.

FUNDGRUBE

Im Infozelt gibt es eine Kiste mit Fundsachen vom Camp. Wir bewahren die Sachen nach dem Camp für einen Monat auf. Solltet ihr etwas vermissen, meldet euch bis Anfang September unter info@klimacamp-leipzigerland.de. Danach geben wir die Sachen in einen Umsonstladen.

INFOZELT

Das Infozelt ist eure erste Anlaufstelle: Hier findet ihr Informationen zum Camp, zum Gelände, dem Programm, die Fundgrube und auch die Kasse für den Campbeitrag. Außerdem gibt es viel Schmökerstoff, Flyer und allerlei zu entdecken. Nebenan im Mitmachzelt hängen Listen, in denen sich alle zum Mithelfen und Mitgestalten eintragen können. Außerdem könnt ihr hier Kleinigkeiten wie Zahnbürsten, Taschentücher, Tampons, Ohrstöpsel usw. kaufen. Das Infozelt erreicht ihr unter 01525/1934213.

INTERNET UND STROM

Wir werden hauptsächlich mit Solarstrom versorgt. Auch eine Internetverbindung wird es geben. Beides ist nur begrenzt verfügbar, wobei der Campbetrieb Vorrang hat. Handys und Ähnliches können im Infozelt aufgeladen werden.

JUNGE MENSCHEN (KINDER UND JUGENDLICHE)

Wir wollen unterstreichen, dass Kinder und Jugendliche eigenständige Personen sind. Daher bezeichnen wir diese hier mit Junge Menschen sowie Erwachsene mit erfahrenere Menschen bzw. Bezugspersonen.

Junge Menschen sind beim Klimacamp sehr willkommen. Zum einen soll ihnen ein gutes Programm geboten werden. Zum anderen soll auch Bezugspersonen die Teilnahme an Programmpunkten für erfahrene Menschen ermöglicht werden.
Im Offenen Raum für Junge Menschen wird es zu den Workshop-Zeiten von 10 – 12.30 und von 15 – 17.30 Uhr eine organisierte Begleitung geben. Dort stehen Bastel- und Spielangebote sowie Ruhemöglichkeiten zur Verfügung.
Jugendlichen möchten wir einen leichten Zugang zu vielen Themen der Klimagerechtigkeitsbewegung ermöglichen. Insbesondere das Workshopzelt für Junge Menschen ist ein Ort, der zur Mitgestaltung und Teilnahme an leicht zugänglichem Programm einlädt. Weitere Workshops mit niedrigschwelligen Zugang sind als „Grundlagen“-Workshops im Programm – mit einem Papierflieger – gekennzeichnet.

Wie alles andere auf dem Camp ist auch die Begleitung junger Menschen selbstorganisiert. Alle sind gerne eingeladen sich mit einzubringen, selbst Erfahrungen mit Care-Arbeit zu sammeln und den Zusammenhang mit Degrowth zu reflektieren (siehe Mitmachen/Schichtpläne). Gemeinsam wollen wir einen Rahmen schaffen, in dem gute Absprachen zwischen Bezugspersonen, Begleiter*innen und Begleiteten getroffen werden können.

Die AG Junge Menschen erreicht ihr unter 01520 / 21 57970.

KREATIVZELT

Im Kreativzelt gibt es die Möglichkeit, das Camp spontan zu verschönern, Aktionen vorzubereiten und unsere politischen Botschaften auch für Außenstehende gestalterisch sichtbar zu machen. Wir werden einen Grundstock an Materialien vor Ort haben, die ausgeliehen werden können.

LÄRM

Ein rücksichtsvolles Miteinander auf dem Campgelände und mit der Nachbarschaft ist uns ein wichtiges Anliegen. Daher gibt es eine Ruhezeit ab 22 Uhr. Ausnahmen gelten für die Bar (bis 24 Uhr) sowie an den Partyabenden (bis 4 Uhr im Barbereich). Für Familien und Menschen mit besonderen Schlafbedürfnissen gibt es einen Zeltbereich, in dem die Ruhezeit bereits ab 20 Uhr gilt.

LEGAL TEAM

Das Legal Team, bzw. der Ermittlungsausschuss, ist während des Campzeitraums telefonisch erreichbar, wenn es Probleme mit der Polizei gibt. Die Sprechzeiten und die Telefonnummer werden auf dem Camp bekanntgegeben und können im Infozelt erfragt werden. Wenn ihr festgenommen werdet, bei anderen Personen Festnahmen oder Polizeiübergriffe beobachtet oder kontrolliert werdet, ruft bitte direkt das Legal Team, das sich darum kümmern wird. Macht keine Aussagen bei der Polizei und unterschreibt nichts. Meldet euch auch, wenn ihr wieder frei seid. Wir bemühen uns eine Ansprechstruktur vor Ort auf die Beine zu stellen, die euch in juristischen Fragen zur Aktion beraten kann. Informationen erhaltet ihr ebenfalls am Infozelt.

MITMACHEN/SCHICHTPLÄNE

Das Klimacamp ist ein selbstverwalteter Raum. Damit dieses gut funktioniert, ist die aktive Beteiligung von allen nötig. Anfallende Aufgaben reichen von Gemüse schnippeln und Klos putzen bis zur Moderation eines Plenums. Im Mitmachzelt hängen Schichtpläne und Anleitungen zu den verschiedenen Tätigkeiten aus. Für die meisten Aufgaben wird kein Vorwissen benötigt. Komplexere Tätigkeiten (gekennzeichnet als Lernschichten) können als Möglichkeit gesehen werden, spannende neue Sachen zu lernen. Wir wünschen uns, dass wir besonders Sorge-Arbeiten (z.B. Begleitung junger Menschen, Putzen, Kochen…) geschlechtergerecht verteilen.
Neben der Möglichkeit sich durch Schichten aktiv ins Camp einzubringen, gibt es viele weitere Ideen der Beteiligung (siehe Basisdemokratie).

MÜLL

Nachhaltigkeit ist für das Klimacamp selbstverständlich. Dazu gehört auch, dass wir so wenig Müll wie möglich produzieren wollen. Bitte achtet gemeinsam mit uns auf die Umwelt, vermeidet Müll so gut es geht und entsorgt ihn getrennt in die dafür vorgesehenen Mülleimer bzw. bringt ihn zur Müllstation.

OBERKÖRPER UND NACKTHEIT

Wir wünschen uns, dass das Camp ein Ort wird, an dem wir uns mit Privilegien und Herrschaftsmechanismen auseinandersetzen und gleichzeitig Möglichkeiten des Umgangs mit Nacktheit ausprobieren und reflektieren. Wir möchten zunächst an dem Kompromiss festhalten, dass alle Menschen während des Camps ihre Oberkörper bekleiden. Dafür steht für alle im Infozelt eine Kiste mit Bikini-Oberteilen bereit. Wir wünschen uns, dass die „Oben-mit-Debatte“ Lernprozesse bei uns allen – besonders bei Cis*-Männern – anstößt und ein reger Austausch über Privilegien und wie damit umgegangen werden könnte stattfindet. Junge Menschen (oder ihre Bezugspersonen) sind hier ausgeklammert und sollen selbst entscheiden, wie sie herumlaufen möchten. Weitere Gedanken zu dem Thema gibt es im Infozelt.
* „Cis“ bezeichnet Personen, die sich mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

PARTEIEN

Bitte bedenkt: Das Camp ist parteiunabhängig und keine Wahlkampfveranstaltung. Vielfältige und kreative Banner, die das Camp mit politischen Botschaften verschönern sind willkommen. Für eure Flyer ist Platz am Infozelt.

PÖDELWITZ

Bitte betretet keines der Grundstücke, wenn es nicht als Teil des Klimacamps gekennzeichnet ist. Auch die leerstehenden Häuser in Pödelwitz sind Privateigentum. Das Betreten der von der MIBRAG aufgekauften Grundstücke kann dafür genutzt werden, das Camp und Kohlegegner*innen zu kriminalisieren.
Seid bitte auf dem Kirchengelände und Friedhof besonders ruhig und übernachtet dort nicht. Bitte haltet die Bushaltestelle frei zugänglich. Außerdem bitten wir darum, die bleibende Dorfinfrastruktur nicht zu besprayen, -taggen oder -stickern.
Zudem bitten wir um Rücksichtnahme, wenn Bewohner*innen mit Codes und Verhaltensweisen oder dem Camp-ABC nicht vertraut sind, und regen zu einem respektvollen Austausch darüber an.

RAUCHEN, ALKOHOL UND ANDERE DROGEN

Wir bitten darum, dass überall darauf geachtet wird, ob der Konsum von (E-)Zigaretten, Alkohol und anderen bewusstseinsverändernden Substanzen für andere Teilnehmer*innen in eurer direkten Umgebung in Ordnung ist und dass er nicht überhand nimmt. Wir schlagen vor, dass Alkohol und andere Drogen hauptsächlich im Barbereich konsumiert werden.

Aus Gesundheits- und Brandschutzgründen gilt auf allen Rasenflächen ein absolutes Rauchverbot. Bitte haltet das Campgelände sauber und nehmt Rücksicht auf eure nichtrauchende Umwelt. Raucher*innen sind aufgefordert, einen mobilen Aschenbecher mitzubringen oder auf dem Camp zu basteln und an der Müllstation zu leeren. Vor der Bar gibt es einen explizit ausgewiesenen Rauchbereich.

Das Awareness-Zelt ist kein Ort für Drogenkonsum, es stellt aber einen Rückzugsraum dar, der allen offen steht, insbesondere wenn es euch nicht gut geht.

RÜCKZUGSORTE

Auf dem Camp gibt es mehrere ausgewiesene Rückzugsorte, wie z.B. das Awareness-Zelt und ein BPoC Safe Space (für Schwarze Menschen und People of Colour). Hinweise für die Nutzung dieser Zelte hängen an den Eingängen. Bitte respektiert, dass sich hier Menschen vom Camp-Alltag erholen möchten (siehe Awareness).

SANITÄRE ANLAGEN

Es wird Trockentoiletten, Hock- und Stehpissoirs und Duschen auf dem Campgelände geben. Außerdem gibt es barrierearme Sanitäranlagen.
Bitte haltet euch an die Trennung von Trinkwasserstellen und Waschbecken um Epidemien zu vermeiden. Geht zudem sparsam mit dem Wasser um und benutzt ausschließlich biologisch abbaubare Seifen, Shampoos und recyceltes Toilettenpapier (steht alles vor Ort bereit). Bei den Trockentoiletten gilt es die Anleitungen zu beachten. Die Reinigung der Toiletten erfolgt gemeinsam. Es wäre super, wenn sich möglichst viele Menschen für das Putzteam melden. Die Listen dafür findet ihr im Mitmachzelt.

Es gibt einen Duschbereich, der nur für FrauenLesbenInterNonbinaryTrans*-Personen (FLINT) vorgesehen ist und einen, der für alle zugänglich ist. Außerdem gibt es Mehrpersonen- und Einzelduschen.

SEE

Der See ist Teil des öffentlichen Raums und wird von vielen Menschen mit verschiedenen Bedürfnissen genutzt. Hier kann auch nackt gebadet werden. Bitte beachtet auch, dass sich manche Menschen unwohl fühlen, wenn nackt gebadet wird. Am ausgeschilderten, öffentlichen Badestrand ist es unwahrscheinlicher mit Nacktheit konfrontiert zu werden.
Beachtet außerdem, dass die Nutzung (auch biologisch abbaubarer) Shampoos und Seifen den See belastet.

SICHERHEIT

Nicht alle Menschen wünschen sich ein schnelles Ende der Braunkohlenutzung und teilen unsere Vorstellungen von einem guten Zusammenleben. Aus diesem Grund müssen wir auf Störungen des Camps vorbereitet sein. Auf den öffentlichen Flächen kann es außerdem zu Kontakt mit Mitarbeiter*innen der Sicherheitsfirma der MIBRAG und Beamt*innen der Polizei kommen. Damit daraus keine Probleme für unser Camp entstehen, gibt es ein Sicherheitsteam und ein Sicherheitskonzept. Das Team wird rund um die Uhr unter 01520/4021365 erreichbar sein. Damit das Sicherheitskonzept funktioniert, brauchen wir unbedingt eure Mitarbeit, z.B. bei Nachtwachen. Wann, wo und wie erfahrt ihr im Mitmachzelt.

TIERE

Bitte lasst eure Tiere, wenn möglich, zu Hause. Das Klimacamp kann, gerade für Hunde ein sehr stressiger Ort sein. Wenn dies nicht möglich ist, übernehme auf dem Camp bitte selbst die Verantwortung für deine*n tierische*n Freund*in. Sei sensibel dafür, dass manche Menschen sich sehr unwohl fühlen, wenn ihnen Tiere zu nahe kommen. Konkret: Hunde an die Leine und Kacke in die Tüte. Assistenzhunde sind natürlich willkommen. Respektiert bitte außerdem ausgewiesene hundefreie Zonen.

ÜBERSETZEN/DOLMETSCHEN

Um Sprachbarrieren abzubauen, werden wir uns darum bemühen, dass so viele Inhalte wie möglich gedolmetscht oder übersetzt werden. Ein großer Teil der Workshops wird auf Deutsch stattfinden, einige aber auch auf Englisch (siehe Veranstaltungsprogramm). Bitte organisiert in den Workshops – bei Bedarf – Flüsterverdolmetschungen, damit alle möglichst in der Sprache sprechen und zuhören können, in der sie möchten. Flüsterdolmetscher*innen werden mit Klebepunkten gekennzeichnet sein. Wir benötigen eure Mithilfe bei der Verdolmetschung. Bitte meldet euch dafür im Infozelt und kennzeichnet euch entsprechend.
Bei den Veranstaltungen im Zirkuszelt (Plena, Podiumsdiskussion) werden wir per Mikrofon und Kopfhörer ins Deutsche und Englische dolmetschen, bei Bedarf und Kapazitäten auch in andere Sprachen.
Bitte bringt hierfür eure eigenen Kopfhörer mit und, wenn ihr habt, ein eigenes Radio mit! Die meisten Handy können z.B. auch Radio empfangen. Das spart uns Aufwand und wir müssen nicht so viel Plastik für billige Kopfhörer verschwenden.

ZELTEN

Es wird abgesteckte Flächen geben, auf denen ihr eure Zelte aufstellen könnt. Bitte zeltet nur innerhalb dieser markierten Bereiche. Die Wege müssen aus Brandschutzgründen frei bleiben. Wenn ihr noch Platz in eurem Zelt habt oder einen Schlafplatz braucht, meldet euch im Infozelt. Achtet bitte auf ein platzsparendes Aufstellen, damit später Anreisende noch genug Platz finden. Die Zeltflächen sind nicht für das Parken von Autos, Wohnmobilen oder Bussen vorgesehen.